BULLETIN FIDACA NR. 14 - FRÜHLING-2006

die komprimierten bullettin Fidaca n. 14



Sehr geehrte Fidaca-Mitglieder,

es ist ein Jahr her, dass das letzte Bulletin der Fidaca, die Nr. 13, erschien. Wie Sie wissen, ist die zweite Hälfte des Jahres 2005 sehr ruhig gewesen: Frau Maniero hat im August einen kleinen Jungen bekommen und das Sekretariat war für fünf Monate geschlossen.

Dieses Bulletin greift also nochmals die Vorkommnisse auf, die sich während der „aktiven“ Monate in 2005 ereignet haben:

1. Mitteilung von Pater Tissera (Seelsorger der SLCCB/Sri Lanka Christian Council for the Blind)

Die blinden Menschen in meinem Land Sri Lanka werden oft als Menschen angesehen, die das Licht der Welt nicht sehen können. Als der göttliche Schöpfer ausrief „Es werde Licht“ haben sich unsere Augen geöffnet, um die Welt zu sehen. Aber für bestimmte … ? sie können fühlen, hören, berühren, aber nicht sehen. Dies kann jedoch nicht heißen, -wir glauben fest daran- dass die blinden Menschen in einer Welt der Finsternis, des Vergessens und des Unglückes … zurückgezogen leben. Das Fehlen einer dieser physischen Fähigkeiten bedeutet keineswegs, dass die Funktion der anderen Fähigkeiten beeinträchtigt ist. Mit einer guten schulischen Ausbildung und dem Erlernen mit Situationen umzugehen, kann sich der blinde Mensch –wie auch jeder andere Mensch- in der Gesellschaft halten, ohne dass seine Behinderung auffällt. 

Obwohl ich Ihnen im Moment keine genauen Zahlen nennen kann über die Situation der Sehbehinderten in Sri Lanka, gibt es viele gut ausgebildete Menschen, die sogar im juristischen Bereich, im Lehramt, im Dienstleistungsbereich beschäftigt sind und als Telefon- und Radiotechniker sowie auch in der Welt der Musik tätig sind. 

Aber es ist wahr, dass die große Mehrheit keine richtige Ausbildung hat und in eine Kategorie unter den anständigen Lebensstandard fällt, der nahe an der Armutsgrenze liegt. Für sie ist das Leben ein ständiger Kampf ums Überleben. Viele finden ihren Lebensunterhalt im Verkauf von Stoffen und anderen Produkten. Ich finde es sehr traurig ein altes blindes Paar zu sehen, dass begleitet von einem seiner Kinder von Stelle zu Stelle läuft, um seine Kleinigkeiten zu verkaufen. Diese Art und Weise ist ganz schön ergreifend und in unserem Viertel sehr verbreitet.

Jesus auf dem Weg nach Jericho, hörte wie ein blinder Mann nach ihm rief und um Mitleid flehte. Er fragte wer ihm zurief und ließ den Blinden zu sich kommen; als er seinen Glauben sah, schenkte er ihm sein Augenlicht wieder (Markus 10: 46-52).
Es ist wahr: wir Menschen können solche Wunder nicht vollbringen, aber ich bin sicher, dass wir die Welt der sehbehinderten Personen erhellen können, indem wir einen Teil von dem was wir von unserem Herrn empfangen, anderen widmen und geben. Wir können sie erziehen, ihnen helfen einen guten Platz zum Leben zu finden, sie begleiten, um auf ihrem Weg liebe Menschen zu treffen, die mit ihnen zusammenarbeiten, und auch – später - ihre Kinder dazu zu bringen, auf den guten Wegen, in die Fußstapfen von Jesus-Christus zu treten.
Unsere wahre Rolle ist ihnen zu helfen, als Menschen in Würde zu leben. 
Danke.
Rev.P. Frank Tissera 

2. Besuch der Repräsentanten des Vorstandes beim Vatikan

Herr Bergamaschi hat die Fidaca vorgestellt, ihre Funktion, ihre Verbindungen mit den Institutionen wie die Weltblindenunion (Union Mondiale des Aveugles), ihren jungen Mitgliedern – wie CECO (Spanien) und CBS (England) – sowie dem Hauptgrund dieses Besuches: der Bedarf unsere Statuten nach den neuen Artikeln des kanonischen Rechts zu überprüfen.

Einige Fragen, die ebenfalls aufgeworfen wurden:
die Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern, der Ideenaustausch, die Beziehungen mit der Kirche, die Erweiterung des Vorstandes um die Mitglieder der Südländer und der Osteuropäer, die Verbindungen, die sich mit anderen internationalen Vereinigungen, die sich im Gesundheitsbereich bemühen etc., machen lassen.

Ganz speziell wurde die Arbeit mit den Bischofskonferenzen angesprochen: damit in den christlichen Gemeinden Sehbehinderte berücksichtigt werden und dass sie in die Seelsorge der Kirchen einbezogen werden.

Unsere Statuten betreffend: 
- sie anpassen an den Rechtskanon im Hinblick auf einen Beitritt zu den « Vereinigungen der gläubigen Laien », da ja unsere Bezeichnung « Der Pontifikalrat für die Laien » und nicht mehr « Der heilige Stuhl » werden soll; 
- in unseren Statuten können spezielle Änderungen für unsere Förderation eingefügt werden, die sich an Blinde und Sehbehinderte richten. 
- Die Neubearbeitung unserer Statuten befreit uns nicht davor, zivile Statuten mit Geschäftsordnung zu haben, die auch an den « Pontifikalrat für die Laien » weitergeleitet werden. 
Das Treffen ist mit folgenden Worten beendet worden „Ihr gehört zum Haus“, was bedeutet, dass der « Pontifikalrat für die Laien » begleitet und mit uns geht, aber dass die Vereinigungen der Gläubigen eine legitime Selbständigkeit beibehalten.“

--Auszug aus dem Bericht von JP. Bordes und E. Ghysselinckx---

3. Versammlung der Seelsorger in Paris

In Anbetracht der schwachen Teilnehmerquote bei diesem Treffen (anwesend waren: Italien, Belgien und England) ist das ursprüngliche Ziel nicht weiterverfolgt worden, aber es war die Gelegenheit die Verbindungen unter jenen, die sich kennen, zu festigen und den neuen geistlichen Assistenten der MAC kennen zu lernen. 

- Aussage von Pater André/ONA:
Obgleich in den Statuten der ONA keine Gottesdienste oder geistliche Dienste erwähnt werden, ist die ONA nichtsdestoweniger mit den christlichen Werten eng verbunden. Wir stehen auch nicht in direkter Verbindung mit den Bischöfen, aber der nationale Seelsorger wird von ihnen nominiert. Zwei Mal jährlich organisieren wir 4-tägige Exerzitien in einer Abtei und vierteljährlich erscheinen religiöse Kassetten, die an 3.000 Mitglieder (etwa: es gibt keine Beiträge … diese Zahl ist eine Schätzung) ausgeteilt werden. 
Die ONA ist tief eingebunden in die Integration der Sehbehinderten in die Gesellschaft, in Zusammenarbeit mit anderen Vereinigungen und ihre Zeitschrift « Vers la lumière », die sich Fragen stellt über das was sie ist: einerseits eine Zeitschrift für Personen, die sich für Blinde interessieren und andererseits eine Zeitschrift für Blinde….
Der Seelsorger ist auf die geistliche Arbeit bedacht. Er ist nicht derjenige, der die Gruppe leitet. 

- Aussage von Pater Migliorini /MAC :
Der Pater Renzo Migliorini ist in 2005 zum nationalen Seelsorger nominiert worden und ist Nachfolger von Pater Gianni Brusoni.
Die Mouvement Apostolique des Aveugles (Apostolische Blindenbewegung) zählt mehr oder weniger 2.500 zahlende Mitglieder. Die MAC könnte sich anhand von drei Schwerpunkten beschreiben: kirchliche Bewegung, soziale Bewegung und Bewegung der internationalen Aktion. 
- Die MAC ist eine nationale Bewegung mit Gruppen aus den Regionen und Diözesen. Auf 60 Diözesen kommen 30 Gruppen und ein nationaler Kongress wird jedes Jahr organisiert. 
Auch wenn die Organisation der MAC perfekt funktioniert, gibt es einige Schwierigkeiten, den Gruppen zu helfen, im sozialen Bereich präsent zu sein; um dies zu beheben, gibt es Bildungsveranstaltungen für die Verantwortlichen der Gruppen.
- Die MAC ist tief eingebunden in die Integration und Förderung der Blinden damit sie selbst für ihr Leben verantwortlich werden und nicht zu Personen werden, die von einer bequemen Unterstützung eingeschlossen sind.
- Der Seelsorger ist darauf bedacht, alle zu versammeln, in der Gemeinschaft, um auf der Ebene aller Schwerpunkte eine Integration und Förderung der Person zu erleben.

- Aussage von Sean O’Donnell /CBS:
Der 'Service Catholique des Aveugles’ (Kath. Blindendienst) ist eher eine Dienststelle der Kirche als eine Vereinigung. CBS macht unter anderem eine Arbeit der Übertragung der Texte der Sonntagsliturgien in Brailleschrift. Es ist wichtig, dass die Blinden sich in das Leben der Kirche integrieren und dass allen (den Bischöfen, den Priestern, der Kirche) bewusst wird, dass die Blinden ihren Platz im Leben ihrer Kirche haben. Der Erzbischof von Cardiff (Father Peter Smith) stellt die Verbindung her und ist unser Ansprechpartner.
Wir fördern die Treffen der Gruppen mit Menschen anderer Behinderungen und in Anbetracht der kulturellen und religiösen Vielfalt im Königreich arbeiten wir viel mit Menschen anderer christlicher Religionsgemeinschaften. Es gibt 2 Mio. Blinde in England, alle Konfessionen vermischt.

- Auseinandersetzung und Überlegung:
Es ist wichtig, dieses Wissen um unsere Bewegungen zu entwickeln. Ideen könnten geboren werden, damit sich unter uns Themen und beachtenswerte Punkte identifizieren, die geeignet sind auf Auseinandersetzungen, Konfrontationen und Vorschläge einzugehen. Warum gehen wir nicht bis zu den Kolloquien?
Innerhalb der Kirchen: wie finden unsere Vereinigungen ihren Platz und welcher Platz ist für die Behinderten vorgesehen bei den Projekten der Bischöfe und der Pfarreien etc.?
Könnte die Fidaca nicht diese Verbindung sein, die unseren Vereinigungen Weiterbildungen für unsere Mitglieder verschafft, auf der Spur der Bewusstwerdung der internationalen Dimension unserer Aktionen? 
Es ist wichtig zu berücksichtigen, was die Mitglieder unserer Vereinigungen wollen, die Menschen, die nicht die gleiche Gesinnung haben wie wir und die auch Lebensrechte haben, die es zu verteidigen gilt. Zu Berücksichtigen sind auch die Menschen, die an Gott glauben und von der Kirche „kaputt“ gemacht worden sind. Man muss beginnen, sich auch für andere zu interessieren, die keine Mitglieder sind.
Es ist nötig, dass wir uns mit Geräten und Hilfsmitteln versorgen, damit wir die wirklichen Bedürfnisse der Personen verstehen, ihnen helfen in Gang –in Bewegung- zu kommen, um für sich selbst zu sorgen. 
Warum werden weitläufig auf internationaler Ebene keine Treffen wie beispielsweise Einkehrtage oder Wallfahrten vorgeschlagen? Wichtig für eine Gemeinschaft unter uns ist, die verschiedenen Handlungsweisen zu kennen, aus unseren Vereinigungen zu sein sowie die Arbeit, die in der Basis gemacht wird. 
Pater Bordes

4. Generalversammlung der «Organisations Internationales Catholiques» (Internationalen Organisationen OIC) in Jerusalem

Nach unserem Gang zum Vatikan Anfang des Jahres schien es zweckdienlich, an der Generalversammlung der OIC-Organisationen teilzunehmen. Unser Präsident hat die Reise unternommen:

Zunächst, was ist die Konferenz der OIC-Organisationen? 
Sie ist ein Ort des Austausches und der Zusammenarbeit, ein Ort der Bildung und der permanenten näheren Betrachtung wo wir unsere gemeinsamen Projekte und gemeinsamen Standorte haben, wo sich die Zuständigkeitsbereiche treffen und wo wir unseren Missionsauftrag der Laien innerhalb der Gesellschaft teilen können. 
Wir müssen die Tatsache aufwerten, dass die Konferenz ein Ort der christlichen Sicht ist. Und auch für unsere Organisationen eine wichtige Verbindung mit dem Hl. Stuhl.

- es waren ungefähr 40 Teilnehmer, hauptsächlich aus westeuropäischen Ländern 
- alle OIC-Vereinigungen haben fast die gleichen Sorgen und ein gemeinsames Problem ist das der Finanzmittel! 

Die Suche nach Kommunikation unter den Mitgliedsorganisationen der OIC-Konferenz ist wichtig, um dieses Organ leben zu lassen. Die OIC-Organisationen haben den Entschluss gefasst, sich besser kennen zu lernen und bekannt zu werden: Einsetzen einer Arbeitsgruppe um die aktuelle Lage der OIC-Konferenz zu analysieren und um ihre möglichen Weiterentwicklungen und die Wege der Verbesserung oder der Umstrukturierung in Betracht zu ziehen. 

Die „Arbeitsgruppe“ hat zur Aufgabe, eine tief greifende Analyse der Konferenz vorzulegen, um die Stärken und Schwächen zu bestimmen und die bestehenden Chancen und Drohungen zu prüfen.
Fidaca könnte sich von dieser Initiative anregen lassen, um die Beziehung mit ihren Mitgliedern wieder zu beleben…. 
Luca Bergamaschi

5. Nachrichten von Mitgliedern

a) Präsidentenwechsel bei CAB und BAO
- CAB : seit Oktober 2005 ist Frau Ruth Häuptli die Präsidentin der CaritasAktion der Blinden in der Schweiz; Frau Rosmarie Segrada hatte aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt Ende 2004 niedergelegt.
- BAO : Ende 2005 hat es bei der österreichischen Vereinigung ‘Blinden Apostolat Österreich’ einen Präsidentenwechsel gegeben : Herr Max Roßbacher, der dieses Amt zwölf Jahre lang inne hatte, hat seine Stelle H. Peter Beiser aus Tirol überlassen. 
Wir wünschen den ehemaligen Präsidenten alles Gute im Ruhestand und unsere besten Wünsche begleiten die neuen Präsidenten. 

b) Besuch des Papstes Benedikt XVI in Valencia / Spanien: Einladung der CECO
Anfang Juli 2006 wird der Hl. Papst in Spanien sein und unsere Freunde der CECO laden uns ein, sie bei dieser Gelegenheit zu treffen. Der vorgesehene Termin ist Sonntag, 9. Juli.
Für nähere Einzelheiten nehmen Sie bitte Kontakt mit dem Fidaca-Sekretariat (fidaca@aol.com) auf. Danke.

c) Botschaft von unserem Seelsorger : Fastenzeit 2006
Die Liturgie dieses zweiten Fastensonntages schlägt uns als Lesung des Evangeliums den Text der Verklärung Christi vor. Gott lässt uns im Gesicht von Jesus von Nazareth das Gesicht des Vaters flüchtig sehen. In den Augen der Apostel, die da sind, schreibt sich Jesus in die Geschichte des Gottesvolkes ein und hier ist das Zusammentreffen des alten und des neuen Bündnisses. 
In dem Moment wo man sich auf den Weg zur Kreuzigung des Sohnes machte, mussten die Jünger in ihrem Glauben an Jesus bestätigt werden. Auch wenn für eine Weile, diese Zeit des lebendigen Lichtes ihre Zweifel auslöscht, wird die Rückkehr zum Alltag sie noch in die Nacht des Glaubens treten lassen, hin zum vollen Licht der Auferstehung. 
Heute widmet sich Gott dem Verstehen der Menschen unserer Zeit und der auferstandene Jesus offenbart sich in unseren Geschichten wo sich die Augenblicke der Verklärung und des Lichtes kreuzen und die Zeiten des Überdrusses, der Hoffnungslosigkeit, der Kriege und der Hungersnöte. 
Sind nicht auch wir von Götzenbildern verführt worden (Erinnern wir uns an Jesus in der Wüste). Heute rufen Stimmen den Menschen zu, ihre Menschlichkeit zu respektieren … Stimmen verschaffen sich Gehör bei allen Bewohnern unseres Planeten, um den Mensch zu retten. Stimmen rufen und Zeugen erheben sich, um uns das Gesicht Gottes flüchtig sehen zu lassen und uns die stets frohe Botschaft von Jesus von Nazareth, Sohn Gottes und unserem Mitbruder zu vermitteln.
Mit dem auferstandenen Jesus sind wir Kinder Gottes, aufgerufen, sein neues Bündnis zu bezeugen bei all unseren Mitmenschen mit denen wir die Geschichte teilen.
Möge unser Gang auf Ostern zu für jeden von uns neue Wege der Heilung, Wege des Heils und neue Lebenswege mit dem auferstandenen Jesus, der Lebende auf unseren menschlichen Wegen, hervorbringen.
Alles Gute auf dem Weg in Richtung Ostern.
Jean Pierre Bordes.
(Erstellt am 10. März 2006)

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