FIDACA BULLETIN NR 18 - Winter 2008-2009

 

 

1. Leitartikel

 

2. Gebet – Seelsorger André Tihon

 

3. Fidaca Charta

 

4. XXIII. Weltjugendtag - Sydney

 

5. Blindenstöcke Projekt

 

6. Bestätigung der nominierung Vater Tihon

 

7. Fidaca Bulletin Data

 

 

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LEITARTIKEL

 

Liebe Freundin und lieber Freund,

 

Die finanzielle und wirtschaftliche Krise, die wir durchmachen, prüft uns über die Zukunft und die Grundlagen unserer Gesellschaft.

Der heilige Paulus sagt im Verlauf der Lesungen des Wochenendes vom 4. und 5. Oktober 2008, wir sollen uns keine Sorgen machen.

Hier ein mahnendes Wort, das uns zum Wesentlichen unseres Lebens bringt.

 

Wir alle sind handelnde Menschen in den Lebensumfeldern, in denen wir uns befinden und wir versuchen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit Gottes Wort bezeugt wird und von so vielen Menschen wie möglich gelebt werden kann.

Gottes Wort ist die Grundlage des Glaubens an Gott, den wir leben. Das Zeitgeschehen der Kirche leitet uns in unserer Überlegung.

 

Tatsächlich ist die Synode der Bischöfe am Sonntag, 5. Oktober, zum Thema "Gottes Wort im Leben und in der Mission der Kirche" zusammen gekommen. Der Kardinal Danneels (Erzbischof von Belgien) ist zum Mitglied der "Kommission für die Botschaft" gewählt worden, die beauftragt ist, die Endbotschaft der Bischofssynode nach deren Abschluss am 26. Oktober zu verfassen.

 

André Tihon, kirchlicher Assistent der Fidaca, hat vor seiner Abfahrt nach Rom dem Kardinal einen Brief übergeben, um die Aufmerksamkeit der Bischöfe der ganzen Welt auf das Problem des Zuganges der sehbehinderten Menschen zu Gottes Wort zu richten.

 

Der Kardinal Danneels hat vor der Versammlung der Synode gesprochen. In Anbetracht der Bedeutung seines Redebeitrages, ist hier der Text, der uns zum Nachdenken stimmt:

 

„Es gibt viele Hindernisse in der Verkündigung des Wort Gottes: Schwierigkeiten bei der Kommunikation, der Kultur und dem säkularisierten Umfeld, dem Widerstand und der Unwissenheit bei den Zuhörern. Aber vielleicht befindet sich das allergrößte Hindernis im Herzen des Evangelisten: sein Mangel an Vertrauen und seine Unkenntnis der Gesetze bei der Verkündigung des Evangeliums, die anders sind als jene der Welt. Jesus antwortet darauf in Markus 4 mit drei Gleichnissen und einem Vergleich aus dem täglichen Leben.

Das Gleichnis vom Sämann. Trotz aller Hindernisse (Stacheln, ausgetretene Wege, Felsen) auf dem Feld gibt es immer irgendwo ein Stückchen gute Erde, die Früchte bringt. Sät folglich aus: Es wird immer eine Ernte geben, aber man weiß nicht unbedingt wo. Jesus sagt: Sät also aus!

Das Gleichnis vom Korn, das von alleine wächst. Jeder Bauer sät die Saat auf dem Feld aus und legt sich dann zur Ruhe. Er steht nachts nicht auf, um zu prüfen, ob die Saat keimt. Jesus sagt: “Die Saat bringt die Frucht ganz von alleine hervor”. Der Erfolg hängt weder von den Sorgen ab, die wir uns machen, noch von unserer Manie, alles zu überprüfen. Jesus sagt: „Sät ohne Sorgen und mit viel Geduld aus: die Ernte wird schon kommen.“

Das Gleichnis vom Senfkorn. Aus dem kleinsten Samenkorn wächst der größte Baum, in dem alle Vögel des Himmels nisten können. Im Reich Gottes gibt es keine Verhältnismäßigkeit zwischen Investition und Ertrag wie in der Bankenwelt der Menschen. Sät aus, spricht Jesus, selbst wenn das Samenkorn winzig zu sein scheint.

Das Licht auf dem Leuchter. Wenn ihr ein Licht angezündet habt, stellt es nicht unter das Bett. Lasst es für alle leuchten. Das ist die einfache menschliche und göttliche Logik. Wer anfängt, muss weiter machen, spricht Jesus. Das ist die gleiche Logik.

Aber es gibt auch Brüder und Schwestern, die nicht das einfache natürliche Licht der Lampe erkennen: das sind die Blinden und die Sehbehinderten. Denkt auch an sie, sagt Jesus. Sichert ihnen einen einfacheren Zugang auf das Wort Gottes. Mit anderen technischen Mitteln.

 

Der Kardinal Danneels richtet unsere Aufmerksamkeit auf den Zutritt der Sehbehinderten zu Gottes Wort. Wir profitieren von dieser Bitte an die Bischöfe um Zutritt von Blinden und Sehbehinderten in den Kirchen.

Die Beleuchtung ist sehr wichtig für die Sehbehinderten und das Vorsehen einer Begleitung für den Blinden wäre willkommen.

 

Ebenso sollte das Erlauben des Zutritts für Behinderte zur unmittelbaren Umgebung und ins Innere der Gebäude eine Sorge der Verantwortlichen sein. Seien wir handelnde Personen damit Gottes Wort für alle ohne Unterschied zugänglich sei.

 

Wir wünschen Ihnen eine gute Unterhaltung beim Lesen dieses Berichts.

 

Eric GHYSSELINCKX.

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PSALMEN 8

 

Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;

über dem Himmel breitest du deine Hoheit aus.

Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob, deinen Gegnern zum Trotz; deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.

Seh ich den Himmel, das Werk deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigst:

Was ist da der Mensch, dass du an ihn denkst, des Menschenkind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.

Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände, hast ihm alles zu Füssen gelegt:

All die Schafe, Ziegen und Rinder und auch die wilden Tiere,

die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, alles, was auf den Pfaden der Meere dahin zieht.

Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde.

 

Der hochwürdige Herr Vater Tihon hat uns Psalm 8 gelesen, der die Würde des Menschen verherrlicht: (' Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott'), trotz seiner Kleinheit angesichts des Universums.

Wir haben daran zu arbeiten, dass sie anerkannt und von allen gefördert wird, wobei wir insbesondere an die Blinden und Sehbehinderten denken.

André Tihon

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FIDACA Charta

 

Hier der Inhalt des Vortrages, den der Präsident der FIDACA anlässlich der Feier zum 75. Jubiläum der CAB, Schweizerische CaritasAktion der Blinden, gehalten hat.

Diese Worte sind durch die Charta der Werte, die die CAB durch alle ihre Mitglieder erleben lassen will, begründet. Diese Werte werden von der FIDACA geteilt und verdienen es, für die gesamten Mitgliedsvereinigungen der FIDACA hervorgehoben zu werden.

 

Hier nun der Text :

Dieses Leitbild wurde an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung der CAB vom 8. Juni 1996 verabschiedet.

 

Die CAB bezweckt,

          blinde Erwachsene und Jugendliche im religiösen und kulturellen Bewusstsein zu fördern,

          ihnen Schulung und

          Weiterbildung zu vermitteln sowie sie ins kirchliche, soziale und gesellschaftliche Leben

 inzugliedern.

          (CAB-Statuten vom 13.5.2006, Art. 2)

 

Diese Anliegen werden im vorliegenden Leitbild veranschaulicht. Das Leitbild setzt sich aus fünf Einzelbildern zusammen, die wiederum als ein Ganzes verstanden werden wollen. Es dient allen Verantwortungsträgern der CAB als Orientierungshilfe bei der Lösung der ihnen übertragenen Aufgaben.

 

 

 

Rahmenbedingungen

schaffen

 

Entgegen der in unserer Gesellschaft zunehmend spürbaren Tendenz, den Wert des Menschen auf seine Leistungsfähigkeit zu reduzieren, stehen wir Mitglieder der Schweizerischen Caritasaktion der Blinden (CAB) aufgrund unserer christlichen Überzeugung für die unantastbare Würde jedes Menschen und sein unabdingbares Recht auf Entfaltung seiner Lebensmöglichkeiten ein.

 

Darum ist es unser Ziel, miteinander auf persönlicher und kirchlicher Ebene Rahmenbedingungen zu schaffen, die es uns seh- und hörsehbehinderten sowie mehrfachbehinderten Menschen mit einer Sehbehinderung erlauben, unser Leben und unseren christlichen Glauben bewusst und selbstbestimmt zu gestalten.

 

Auf verschiedenen

Ebenen

 

Mit persönlichem Engagement gehen wir unser Ziel auf verschiedenen Ebenen an:

Erkennen und Formulieren unserer Bedürfnisse,

· Entdecken und Entfalten unserer eigenen Möglichkeiten,

· Fördern und Vertiefen von Wissen und Glauben und

· Informieren und Sensibilisieren der Öffentlichkeit.

 

Mit den Mitteln der

Selbsthilfe

 

Wir streben unser Ziel in erster Linie mit den Mitteln der Selbsthilfe an:

Aufbau und Pflege eines Beziehungsnetzes,

· Austausch von Informationen und Erfahrungen,

· gegenseitige Motivation zu neuen Aufbrüchen,

· Angebot angepasster Weiterbildungsmöglichkeiten und

· zielstrebige Interessenvertretung.

 

Wo wir damit an die Grenzen unserer Möglichkeiten stossen, werden wir gezielt unterstützt durch die Einrichtungen unserer Organisation wie das Zentralsekretariat in Zürich, das Internationale Blindenzentrum und die Hörbuch- und Punktschriftbibliothek in Landschlacht.

Zudem suchen wir die Zusammenarbeit mit Fachpersonen ausserhalb unserer Organisation, so z.B. mit regionalen Behindertenseelsorgestellen.

Ein intensiver Austausch gewährleistet dabei eine bewusste Ausrichtung an unseren Zielen und ein rasches Aufnehmen veränderter Bedürfnisse.

 

Durch gegenseitiges Vertrauen und

fundiertes Wissen

 

Durch Gruppenaktivitäten in den verschiedenen Sprachregionen und ein gezieltes Angebot an Tagungen und Kursen auf regionaler und überregionaler Ebene suchen wir eine gemeinsame Basis gegenseitigen Vertrauens und fundierten Wissens.

Diese ermöglicht uns, unseren christlichen Glauben zu vertiefen und kreativ neue Ansätze und Wege zu suchen, diesen in unserem Alltag zu leben.

 

Gezielte Zusammenarbeit und

kompetente Mitgestaltung

 

Um die Rahmenbedingungen in Kirche und Gesellschaft entsprechend unseren Bedürfnissen zu verbessern, beurteilen wir aus unserer Sicht kirchen- und sozialpolitische Tendenzen und Entwicklungen.

Zusammen mit Organisationen ähnlicher Ausrichtung im In- und Ausland suchen wir gewonnene Einschätzungen und Forderungen bei der Gestaltung von Kirche und Gesellschaft einzubringen.

 

Dieser Festtag war ein großes Ereignis für die CAB, die Stadt, in der das internationale Blindenzentrum untergebracht ist und die anderen Schweizer Blindenvereinigungen, die Vertreter gesandt hatten.

Weiterhin viel Erfolg und eine gute Zusammenarbeit mit der Fidaca.

 

Eric GHYSSELINCKX

Der Präsident der FIDACA

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WELTJUGENDTAG

 

8 junge Leute, 8 verschiedene Geschichten, ein einziger Traum: am 23. Weltjugendtag in Sydney teilzunehmen Fast alle von uns hatten schon andere Weltjugendtage erlebt, aber dieses Mal bekamen wir ein anderes Geschenk, wertvoller als die anderen!

 

Wir bildeten von Anfang an eine Gruppe während wir eine lange Reise von etwa 20 Stunden unternahmen. Gleich bei unserer Ankunft trafen wir viele Italiener, die in den 40-60iger Jahren dorthin emigrierten und dies war das erste große Zeichen einer geografisch fernen Welt, die jedoch durch ihre frühere Geschichte vereint ist. Die meisten Einwohner von Sydney sind Immigranten. Vielleicht deshalb, da sie in uns ihre eigene Erfahrung wieder erkannten, waren sie alle sehr nett und gastfreundlich. Im Allgemeinen werden die jungen Pilger zu zweit oder zu dritt einer Familie zugeteilt. Dieses Mal stellte uns ein italienisches Paar, das vollständig in Australien integriert ist, ein Haus zur Verfügung, in dem wir beim Eingewöhnen alle zusammen bleiben konnten und dabei die Gemeinschaft unter uns förderten. Einkaufen, kochen, Englisch sprechen, jeder hatte die Gelegenheit seine eigenen Talente auszuüben und wurde dabei ein Grundbestandteil der Gruppe, die ihren vollen Zusammenhalt in der täglichen Eucharistiefeier fand.

 

Zu Beginn der wirklichen Weltjugendtagswoche wurden wir in eine Schule verlegt, in der andere junge Leute, Italiener und Nichtitaliener, übernachteten. Während dieser Tage der intensiveren Aktivitäten hatten wir die Freude, eine Pfarrgemeinde, die glücklich war uns zu empfangen, kennen zu lernen, in der wir gemeinsam 3 Vormittage lang Katecheseunterricht machten, dem sich die Messe und die Mahlzeit auf der Wiese hinter der Kirche anschloss.

Gemäß einer schönen Tradition des Weltjugendtages werden die Katechesen von Bischöfen gehalten. Sie waren sehr geschätzt und halfen uns, über das Thema des Weltjugendtages nachzudenken und das Wissen über den Heiligen Geist zu vertiefen. Im Laufe des „Festes der Italiener“ brachten wir beide unseren Beweis als junges Ehepaar auf der Hochzeitsreise: was sich in 47 Tagen geändert hat und warum wir die Weltjugendtage in Sydney als Hochzeitsreise wählten. Wir erwähnten den Weg, den wir zusammen in der MAC-Vereinigung zurücklegten, gemäß einem Prozess, der 3 Jahre dauerte: eine Etappe pro Jahr von 2007 bis 2009. Die Hochzeit ist nicht zauberhaft, dies ist keine Unterschrift, die uns vereint, aber ein Projekt, das von uns entworfen wurde und das wir gemeinsam ausführten, im Bewusstsein ein riesiges Geschenk bekommen zu haben: die gegenseitige Liebe, Frucht der Liebe des Vaters, die uns jeden Tag lehrt, in freimütig gegebener Liebe zu leben.

 

Wir vertieften alle dieses Thema indem wir uns verpflichteten unsere Freunde, Bekannten, Brüder zu lieben und das große Geschenk zu schätzen, das uns Gott durch ihre Anwesenheit macht.

 

Lucie und Nicola Ferrando

MAC/ von Vicenza

(Nicola Ferrando ist blind; seine Frau, Lucie ist eine sehende Person)

 

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BLINDENSTÖCKE PROJEKT

 

Auf der Generalversammlung vom 8. März 2008 haben wir ein Hilfsprojekt für blinde Menschen des Kontinents Südamerika bereitgestellt: Die Herstellung und Verteilung von Blindenstöcken. Dieses Projekt beinhaltet auch eine Ausbildung durch einen örtlichen Handwerker, der seine Kenntnisse in der Herstellung von Stöcken an andere Handwerker vermittelt, um das Weiterbestehen zu sichern. Wir denken, dass Sie daran interessiert sind, einige Einzelheiten über diese Initiative zu bekommen.

 

Unser Regionalbüro in Lima (Bureau Régional d'Amérique Latine/BRAL) leitet die Ausführung und die Weiterverfolgung dieses Projektes. Die ersten begünstigten Länder werden Honduras und Peru sein. Andere Länder Lateinamerikas werden später folgen.

Von dem Gesamtvolumen von 4.000€ für die erste Rate, die von FIDACA gewährt wurde, sehen wir folgende Ausgaben vor: Kauf von Rohmaterial (Stöcke aus Aluminium und Griffe aus Holz), Kauf von zwei kleinen Apparaten für die handwerkliche Anfertigung und Kosten bezüglich der Ausbildung des Handwerkers in Honduras (Reise, Unterkunft etc.)

 

          Es ist zweifelsohne nützlich zu wissen, dass Peru fast 28 Mio. Einwohner zählt (Lima: 12 Mio.) und immer noch als nicht industrialisiert betrachtet wird: Viele kleine Industriebetriebe gehen Bankrott, da sie mit den multinationalen Unternehmen, die aus China, Korea, Indien und aus anderen südasiatischen Ländern stammende Produkte zu sehr niedrigen Preisen importieren, nicht konkurrieren können, was den negativen Aspekt der Globalisierung darstellt...

- Was die Beachtung der blinden Menschen betrifft, so gibt es Sonderschul- und Rehabilitierungszentren für die Blinden, aber die Grundmaterialien wie Schreibtafeln, Rechenschieber, Griffel und Blindenstöcke fehlen im Besonderen.

 

Über Honduras, dem Land Mittelamerikas, das etwas über 7 Mio. Einwohner zählt, sagen wir einfach, dass seine wirtschaftlichen Einnahmequellen ganz außergewöhnlich sind: Das Land hängt hauptsächlich von Geldzusendungen ab, die Landsleute ihnen aus dem Ausland, im Besonderen aus den USA, zukommen lassen! Es gibt außerdem die Beisteuerung der Textilindustrie und des Exportes von Kaffee, Bananen und vor allem Tropenholz.

- Auf dem Gebiet der Blindheit und Sehbehinderung existiert seitens der Sozialverantwortlichen eine große Nachlässigkeit was die Bildung und Wiedereingliederung des blinden Menschen betrifft. Es ist unmöglich, sich Lehrmaterial wie die Rechenschieber, die Griffel und die Blindenstöcke zu beschaffen. Fast alle Blinden kommen aus Sozialklassen extremer Armut. Selbst wenn einige gebildet sind und es ihnen gelingt Fachleute zu werden, finden sehr wenige unter Ihnen Arbeit. Keiner stellt Blindenstöcke her oder verkauft welche in dem Land. Die Blinden aus Familien, deren finanzielle Mittel es erlauben, lassen ihren Blindenstock in den USA kaufen, dessen ungefähre Kosten 40,-- US$ betragen, unerschwingliche Summe für die meisten Blinden in Honduras.

 

          Unsere Mitarbeiterin des BRAL-Regionalbüros hat dieses Projekt ausgesucht obwohl in Peru die Regierung die Integrierung und Wiedereingliederung der blinden Schüler in die Regelklassen für Sehende entsprechend der Gesetzgebung fördert. Aber in der Praxis stehen die Lehrer und die Schüler vor großen Problemen, verursacht durch den Mangel an didaktischem Material und Rehabilitierung für Blinde. Jeden Tag erhalten das BRAL –Regionalbüro und APECC (unsere FIDACA Mitgliedsvereinigung in Peru) Anfragen über Blindenstöcke, ob als Spende oder um sie zu kaufen, da es im Land keinen gibt, der diesen Artikel herstellt oder verkauft. Die einzige Einrichtung, die davon verkauft oder die davon Spenden im Rahmen ihrer Möglichkeiten macht, ist APECC. Ein Blindenstock wird für etwa 10,-- US$ verkauft.

 

Zunächst werden 200 Stöcke hergestellt, um sie in Peru zu verteilen: 200 feste und faltbare Blindenstöcke zum Orientierungs- und Fortbewegungsunterricht. Von dieser Bestellung werden 150 Stöcke von dem BRAL-Regionalbüro vor allem an verschiedene Rehabilitierungs- und Sonderschulzentren im Innern des Landes, in ärmlichen, mittellosen und von den Behörden vernachlässigten Vorortbezirken mit problematischer Sozialstruktur verteilt.

Die Vorsitzenden dieser Einrichtungen werden die Stöcke an die Menschen dieser Zentren übergeben und sie dabei über die Identität der Spender informieren.

Fünfzig Blindenstücke, die für den Verkauf bestimmt sind, werden der APECC als Spende übergeben werden. Der Erlös aus dem Verkauf wird von neuem wieder in die Herstellung von neuen Blindenstöcken investiert. Und so weiter.

 

In Honduras ist die Verwirklichung des Projektes etwa die gleiche. Die „Vermittler-Institutionen“, die sich darum bemühen, einen Handwerker mit praktischen Kenntnissen im in der Metallverarbeitenden Tischlerei ausfindig zu machen, sind INFRACNOVI und FURET.

INFRACNOVI ist eine große Institution, die 1989 von einem Franziskaner gegründet wurde und die sich in Tegucigalpa, der Hauptstadt, befindet. Ihre Tätigkeiten sind sehr vielseitig, beginnend mit der Vorbeugung und der Feststellung von Sehproblemen sowie die Stimulation der Sehschärfe schon im Kindesalter, gefolgt von der schulischen Begleitung, der Wiedereingliederung von blinden Erwachsenen, der Fortbildung auf der Arbeit, der Einführung in neue Technologien etc.

 

FURET ist eine kleine 2002 gegründete Stiftung, die in der Stadt Cholutecas im Inneren des Landes liegt. Das ist übrigens die einzige Institution im Innern des Landes: Einige Blinde, die die Gelegenheit gehabt hatten in der Hauptstadt zu studieren, gründeten „FURET“ als sie den Rückstand feststellten, in dem sich ihre Region befand. Dank vieler Bemühungen gelang es ihnen, das Interesse der Stadtbehörden zu wecken, damit sie ihnen einen Raum zur Verfügung stellen, in dem sie selbst Blindenschrift lehren. Sie fahren auch aufs Land, um blinde Menschen, deren Familien sie wegen der Vorurteile verstecken, zu suchen – sehr geläufige Situation in den ländlichen Randbezirken Lateinamerikas. FURET arbeitet mit einem bezahlten Lehrer und drei Ehrenamtlichen.

 

Die Schulung zum Erlernen der Herstellung von Stöcken wird 3 Tage dauern und wird bei INFRACNOVI abgehalten werden, wo der Handerker von Cholutecas (für FURET) auch seinen praktischen Übungsunterricht erhalten wird. Auf diese Weise werden diese Institutionen ihre eigenen Blindenstöcke herstellen, um sie Personen mit geringen wirtschaftlichen Einnahmequellen zu schenken, vorrangig jene, die gerade dabei sind, einen Rehabilitierungskurs zu machen, danach den Rest zum Verkauf vorsehen. Sie hätten auch die Alternative sie in den anderen Provinzen und sogar in den Nachbarländern zu verkaufen und würden dabei auf diese Art und Weise den großen Mangel aufholen, der für etwas so nötiges und unerlässliches besteht, das die Selbständigkeit des blinden Menschen ermöglicht.

Anne Maniero

 

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BESTÄTIGUNG DER NOMINIERUNG VATER TIHON

 

Wie Sie wissen, ist Vater André Tihon von der Generalversammlung am 8. März 2008 als unser internationaler Seelsorger ausgewählt worden. Dies musste vom 'Pontifikalrat für die Laien' bestätigt werden.

Im Anschluss an den vom Vorstand gestellten offiziellen Antrag, haben wir einen auf den 16. Oktober 2008 datierten Brief seitens des Präsidenten, Mgr. Stanislaw Ryloko, der sich wie folgt äußert, erhalten:

«.../... In Übereinstimmung mit Artikel 14a der geltenden Statuten, bestätigen wir gerne die Ernennung von Herrn Vater André Tihon als kirchlichen Assistenten der FIDACA, die bereits die Gelegenheit gehabt hat, seine Hingabe an den Dienst der blinden und sehbehinderten Menschen zu schätzen. ... /...»

 

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Bulletin FIDACA Nr. 18, 2. Halbjahr 2008

Zusammenarbeit: Eric Ghysselinckx, Luis Espinoza, Abbé André Tihon, Anne Maniero;

Übersetzer: Karin Landwehr-Münz für Deutsch; Luis Garcia Martinez für Spanisch; Pater André Orban und seine Mitbrüder für Englisch.

Fidaca Sekretariat: 15, rue Mayet – F-75006 Paris / Tel. +33160894946 /

WebSite : www.fidaca.org

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