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INTERNATIONALE FÖDERATION DER KATOLISCHEN BLINDENVEREINIGUNGEN 

 die komprimierten Statuten

S T A T U T E N 

Artikel 1 Name und Sitz

Die Internationale Föderation der katholischen Blindenvereinigungen FIDACA (Fédération Internationale Des Associations Catholiques d’Aveugles) ist ein privater, internationaler Verein mit Rechtspersönlichkeit, gemäb Paragraphen 298-311 und 321-329 des Kirchenrechts. 

Sie ist ein Bund nationaler kirchlicher Vereinigungen von Blinden und für Blinde. Blind im Sinne dieser Statuten umfasst auch hochgradig sehbehinderte Personen.

Die FIDACA hat ihren Sitz im Internationalen Blindenzentrum CH–8597 LANDSCHLACHT Tg, Schweiz, und ist auf unbestimmte Zeit gegründet.

Die FIDACA handelt nach den Prinzipien des römisch-katholischen Glaubens.

Artikel 2 Zweck

Die FIDACA verfolgt im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils die nachstehend aufgeführten Zwecke:

a) die geistige, sittliche, kulturelle, soziale und materielle Förderung der Blinden;

b) die Förderung der Teilnahme der Blinden am Leben und an der Sendung der Kirche durch das christliche Zeugnis und die apostolische Tätigkeit;

c) die Schaffung oder Entwicklung von Blindenorganisationen in Verbindung mit der diözesanen und nationalen Seelsorge der verschiedenen Länder;

d) die brüderliche Zusammenarbeit mit den Blinden der Entwicklungsländer.

Die FIDACA erfüllt ihre Aufgaben durch Versammlungen, Kongresse, Wallfahrten, Sitzungen, Veröffentlichungen verschiedener Art sowie durch andere angemessene Mittel.

Artikel 3 Mitgliedschaft

Mitglieder der FIDACA können werden:

a) die nationalen Organisationen von Blinden und für Blinde, sofern sie die in Artikel 2 festgesetzten Ziele verfolgen und von der jeweiligen nationalen Bischofskonferenz anerkannt sind;

b) Gruppen, die aus Ländern stammen, in denen keine Organisationen im Sinne von lit. a) vorhanden sind. Sie können auf Empfehlung des Ortsbischofs oder der zuständigen Bischofskonferenz aufgenommen werden.

Gesuche um Aufnahme sind an die FIDACA zu richten. Dem Gesuch sind die Statuten der Organisation und der letzte Tätigkeitsbericht beizulegen.

Der Vorstand ist berechtig, neue Mitglieder aufzunehmen, sofern sie die Voraussetzungen nach Artikel 1 erfüllen.

Artikel 4 Beendigung der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft bei der FIDACA erlischt

a) durch Austritt;

b) durch Ausschluss, den die Generalversammlung aus wichtigen Gründen oder wegen Nichtbezahlung des Mitgliederbeitrages ausspricht. Der betroffenen Organisation oder Gruppe ist vor der Beschlussfassung Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

Artikel 5 Finanzierung

Die Finanzierung der FIDACA erfolgt u.a. durch

a) Mitgliederbeiträge;
b) freiwillige Zuwendungen und Legate;
c) die jeweiligen Betriebsvorschläge.

Jede angeschlossene Organisation hat einen jährlichen Mitgliederbeitrag zu leisten, der von der GV im Verhältnis der Anzahl der Stimmen der Mitglieder festgesetzt wird. Von diesem Mitgliederbeitrag kann die GV ganz oder teilweise absehen.

Eine persönliche Haftung der Mitglieder für die Verbindlichkeiten der FIDACA besteht nicht. Es haftet ausschlieblich das Vereinsvermögen.

Artikel 6 Organe

Die Organe der FIDACA sind:

A) die Generalversammlung (GV);
B) der Vorstand;
C) die Rechnungsprüfungskommission.

A. GENERALVERSAMMLUNG

Artikel 7 Zusammensetzung und Einberufung

Die Generalversammlung (GV) der FIDACA besteht aus maximal 2 Delegierten jeder angeschlossenen nationalen Organisation.

Der internationale Blindenseelsorger nimmt mit beratender Stimme an der GV teil.

Die GV tritt alle vier Jahre zusammen und wird durch den Vorstand einberufen. Auberordentliche GV können entweder durch den Vorstand oder auf Verlangen von 4 nationalen Organisationen oder Gruppen (Art. 3 lit. b), unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten, einberufen werden.

Artikel 8 Stimmrecht - und Beschlussfassung in der GV

Die Stimmrechte in der GV werden wie folgt geregelt:

Die 2 Delegierten einer nationalen Organisation haben eine Anzahl von Stimmrechten im Verhältnis zu der Bevölkerung ihrer Länder, und zwar wie folgt:

für Länder bis 5 Millionen Einwohnern 2 stimmen
für Länder mit einer Einwohnerzahl zwischen 5 und 10 Millionen 4 Stimmen
für Länder mit einer Einwohnerzahl zwischen 10 und 30 Millionen 5 Stimmen
für Länder mit mehr als 30 Millionen Einwohnern 6 Stimmen

Die Mitgliedsorganisationen bestimmen wieviele Stimmen jeder ihrer Delegierten aufgrund des Schlüssels nach Absatz 1 abgibt.

Beschlüsse der GV werden mit einfacher Mehrheit der Stimmrechte der anwesenden Delegierten gefasst. Sie dürfen sich nur auf Punkte beziehen, die in der Tagesordnung enthalten sind. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Präsidenten den Ausschlag.

Die Delegierten können sich durch ein Mitglied ihrer Organisation vertreten lassen. Der Vertreter hat die Anzahl Stimmen des Vertretenen.

Es ist eine Präsenzliste zu führen, welche die Namen und Anschriften der anwesenden und der vertretenen Personen enthält.

Artikel 9 Durchführung der GV

Die Tagesordnung wird durch den Vorstand festgelegt; bei einer auberordentlichen GV, die von den Mitgliederorganisationen einberufen wird, durch diese Organisationen. Der Einladung ist die Traktandenliste beizulegen. Für die GV wird ein Tagespräsident gewählt.

Die GV nimmt den Geschäfts﷓ und Kassenbericht des Vorstandes sowie den Bericht der FIDACA entgegen. Sie berät das Arbeitsprogramm der FIDACA für die nächsten vier Jahre und das entsprechende Budget.

Der Geschäftsbericht einschlieblich Kassenbericht geht den Mitgliedern durch Vermittlung der nationalen Präsidenten mindestens einen Monat vor der Versammlung zu.

Artikel 10 Protokollierung der GV

Die Beratungsergebnisse der GV sind zu protokollieren und in ein besonderes Register einzuordnen. Sie sind vom Präsidenten und vom Schriftführer zu unterzeichnen.

Die herzustellenden Kopien oder Auszüge aus den Protokollen sind vom Präsidenten oder einem Mitglied des Vorstandes, das bei der Generalversammlung anwesend war, zu unterzeichnen.

B. VORSTAND

Artikel 11 

a) Wahl der Vorstände

Die FIDACA wird durch den Vorstand verwaltet. Seine Mitglieder, welche die gleichen Rechte haben, werden aus den Delegierten der Mitgliederverbände durch die GV gewählt.

Der Vorstand besteht aus mindestens fünf Mitgliedern, nämlich dem Präsidenten, drei Vize-Präsidenten, einem Kassier und evtl. weiteren Beisitzern.

Die Vorstandsmitglieder werden für vier Jahre gewählt. Wiederwahl ist zulässig. Der Vorstand ernennt eine Sekretärin oder einen Sekretär, die/der an allen Sitzungen des Vorstandes und der Generalversammlung teilnimmt.

Ein Mitglied des Vorstandes kann aus wichtigen Gründen von der GV abgesetzt werden.

Aus einem Staat dürfen in der Regel nicht mehrere Mitglieder in den Vorstand berufen werden.

Der internationale Blindenseelsorger hat beratende Stimme im Vorstand.

b) Vakanz im Vorstand

Sobald der Posten eines Vize-Präsidenten oder Kassiers freiwird, muss dieser vom Vorstand gewählt werden, um den Posten bis zur nächsten GV zu besetzen. 

Artikel 12 Aufgaben des Vorstandes

Der Vorstand führt die laufenden Geschäfte der Organisation und erledigt die ihm von der GV übertragenen Aufgaben.

Der Vorstand tritt mindestens einmal pro Jahr zusammen, darüber hinaus bei Einberufung durch den Präsidenten oder auf Antrag der Mehrheit seiner Mitglieder. In besonderen Fällen ist der Vorstand berechtigt, schriftliche Beschlüsse durch Zirkularschreiben zu fassen.

Der Vorstand ist beschlussfähig wenn mindestens 3 Mitglieder anwesend sind. Der Vorstand organisiert sich selbst.

Der Vorstand erstellt einen jährlichen Bericht über die Lage der Organisation, der als Basis für den Bericht an die GV dient. Er prüft jedes Jahr die Buchhaltung und ihre Übereinstimmung mit dem Budget.

Über die Beschlüsse des Vorstandes ist ein Protokoll anzufertigen, das vom Vorsitzenden und dem Schriftführer zu unterzeichnen ist. Kopien oder Auszüge aus den Beschlüssen sind vom Präsidenten des Vorstandes, einem Vize-Präsidenten oder einem weiteren Vorstandsmitglied, die bei der Beschlussfassung mitgewirkt haben, zu unterzeichnen.

Artikel 13 Wahl und Amt des Präsidenten

Die GV wählt aus den gewählten Vorstandsmitgliedern den Präsidenten für vier Jahre. Nach Ablauf seiner Amtszeit kann er ein zweites Mal gewählt werden, danach kann er aber nicht mehr unmittelbar wiedergewählt werden. Eine unbeschränkte unmittelbare Wiederwahl der anderen Vorstandsmitglieder ist jedoch zulässig. Während seiner Amtszeit gilt der Präsident als international. Er wird nicht als nationaler Delegierter gewählt.

Der Präsident vertritt die FIDACA gerichtlich und aubergerichtlich. Im Falle seiner Verhinderung wird er durch einen der Vize-Präsidenten vertreten. Die Vertreter der FIDACA müssen im Vollbesitz der bürgerlichen Rechte sein.

Die Ausgaben werden vom Präsidenten im Einvernehmen mit dem Kassier, im Rahmen des Budget angeordnet. Zeichnungsberechtigt sind der Präsident und der Kassier; sie haben Einzelunterschrift.

Wenn der Posten des Präsidenten unbesetzt ist, ernennt der Vorstand bis zur nächsten GV einen der Vize-Präsidenten als neuen Präsidenten.

Der Präsident hat den Vorsitz der Vorstandssitzungen und der GV, mit Ausnahme der Wahlen.

Artikel 14 Der internationale Seelsorger

a) Auswahl des internationalen Seelsorgers

Der internationale Seelsorger der FIDACA wird vom Vorstand für eine Amtszeit von 4 Jahren einmal erneuerbar ausgewählt. 

12 Monate vor Ende der Amtszeit des internationalen Seelsorgers ruft der Vorstand die Mitglieder auf, Kandidaten für diese Funktion vorzuschlagen. 8 Monate vor Ende der Amtszeit legen die Kandidaten der FIDACA ein Bewerberschreiben und einen Lebenslauf sowie die Zustimmung ihres Ordensvorstands oder Bischofs vor. 

Der Vorstand wählt einen der Kandidaten aus und legt dem ‚Pontificium Consilium pro Laicis’ (Päpstlichen Laienrat) die Kandidatur zur Billigung vor (siehe Kirchenrecht par. 324 Absatz 2).

Sollte der Vorstand das Mandat des internationalen Seelsorgers um eine zweite Amtszeit verlängern wollen, so teilt er dies allen Mitgliedern sowie dem ‚Pontificium Consilium pro Laicis’ spätestens ein Jahr vor Ende der Amtszeit mit.


b) Aufgabe des internationalen Seelsorgers

Er berät den Vorstand und die GV der FIDACA in pastoralen und theologischen Fragen und nimmt an den Sitzungen teil. Er sorgt dafür, dass diese Mission auf den verschiedenen Ebenen der Föderation ausgeübt wird.

Als "kirchlicher Berater" der FIDACA stellt er die Verbindung zwischen der FIDACA und den Ortsbischöfen sowie dem Heiligen Stuhl her und sorgt für die Verbindung zwischen den Seelsorgern der Mitglieder auf regionaler und weltweiter Ebene.

Artikel 15 Ernennung von Kommissionen und Mitarbeitern

Der Vorstand ist berechtig, aus den Mitgliedsverbänden einzelne Personen als Mitarbeiter zu berufen. Sie können zu den Sitzungen des Vorstandes zugelassen werden, um sich mit den Aufgaben des Vorstandes vertraut zu machen.

Des weiteren kann der Vorstand Ausschüsse bilden, die auf Grundlage der von ihm erlassenen Vorschriften selbstständig besondere Aufgaben erfüllen können, unter der Verantwortung des Vorstands.

C. RECHNUNGSPRÜFUNGSKOMMISSION

Artikel 16 Rechnungsprüfungskommission


Die GV bestellt auf die Dauer von vier Jahren eine Rechnungsprüfungskommission, bestehend aus drei Delegierten. Diese prüft die Rechnungsführung und die Jahresrechnungen und erstattet dem Vorstand zuhanden der GV darüber Bericht.

Diese Kontroll- und Prüfungsaufgabe kann auch einem ausgewiesenen Treuhandbüro übertragen werden.

Artikel 17 Statutenrevision


Diese Statuten können nur mit Genehmigung des ‚Pontificium Consilium pro Laicis’ und nach Erörterung und Billigung mit zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen in der GV, und zwar auf Vorschlag des Vorstands oder mindestens eines Drittels der Mitglieder geändert werden. 

Artikel 18 Auflösung

Bevor er eine auberordentliche GV zum Zwecke der Auflösung einberuft, muss der Vorstand das 'Pontificium Consilium pro Laicis’ davon in Kenntnis setzen. Dieser muss die Auflösung zuvor billigen.

Für eine allfällige Auflösung muss die GV eigens zu diesem Zwecke einberufen werden. Sie ist hierbei nur beschlussfähig, wenn mindestens drei Viertel der Mitglieder anwesend oder vertreten sind, die zur Teilnahme an der GV berechtigt sind. Der Auflösungsbeschluss bedarf einer zwei Drittel-Mehrheit der anwesenden oder vertretenen Stimmen.

Artikel 19 Rückerstattung des Vermögens

Im Falle der Auflösung wird das Reinvermögen auf die Mitglieder-Organisationen im Verhältnis der von ihnen geleisteten jährlichen Beiträge verteilt.

Artikel 20 Mabgebende Sprache

Die deutsche Fassung dieser Statuten ist die Urfassung und für die Übersetzung in andere Sprachen mabgebend.

Artikel 21 Schlussbestimmung

Diese Neufassung der Statuten wird zur Genehmigung dem ‚Pontificium Consilium pro Laicis’, sowie der GV vom 8. März 2008 vorgelegt und ersetzt die Statuten vom 15 und 16 Januar 1994.

Beglaubigt
Der Präsident

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